Architekten haben keine Ahnung vom Wohnen


Wir leben über die Sommermonate in einer 22,4m² Wohnung. Seit fast vier Jahren und mehr provisorisch als gemütlich. Nun ist es damit vorbei, denn ab und zu sollte man sich auch erholen und Ausweichmöglichkeiten haben wir nicht viele. Früher nutzten wir noch den Garten, aber seit mein Mann nicht mehr Rasen mähen wollte (was er in Wahrheit eh nicht musste, da dies der Campingwart erledigte) und die Mickymaus-Fläche die kaum größer war als die Wohnung schottern ließ und mit einem Rasenteppich auslegte, war es auch dort mit der Gemütlichkeit vorbei (und nicht einmal er sitzt mittlerweile dort).

Da ich eine Frau der Taten bin, war schnell mein Zeichenblock zur Hand. Wir haben in der Wohnung ein Fenster, zwar ein sehr großes, aber trotzdem nur eines. Und eine minimale Belichtung über der Eingangstür, die man wohl kaum als Fenster bezeichnen kann (es bringt weder viel Licht herein noch hat man irgendeien Aussicht). Im Vorraum befand sich eine praktische Regalwand – selbstgezimmert. Das Wort „praktisch“ kann ich mittlerweile nicht mehr hören, denn die Übersetzung bedeutet hässlich; zumindest wenn ein Mann eine praktische Lösung findet. Die Farbe – sonnengelb- war schnell besorgt und es mussten nur die Bretter verschwinden. Mangels Zeit (oder Wollens) habe ich das selber zerlegt (womit wohl niemand gerechnet hat) und der Vorraum war ausgeräumt und bereit für eine neue Farbe. Innerhalb eines halben Tages war ich fertig und das Staunen war groß.

Nachdem in vielen Regalen allerhand Gerümpel Platz hat, sollte es keine Regale mehr geben. Ich musste am Tag nach der Malerei zum Steuerberater und da es sich gerade anbot, fuhr ich auch gleich zum Schweden und habe einen Kasten sowie einen ausziehbaren Esstisch besorgt. Am Abend dann wieder die Antwort mit dem Nicht-Wollen: Dazu habe ich heute keine Lust mehr! Ich hatte aber keine Lust auch ein vollgeräumtes Auto uns so habe ich selbst ausladen begonnen…was ich selbst ins Auto einräumen konnte, konnte ich auch selbst ausräumen. Er musste mir dann wohl oder übel helfen. Eine Stunde später stand der Schrank und den Tisch habe ich selbst zusammengebaut (Männer werden nie verstehen, wieso Studenten Ikeamöbel schneller zusammenbauen als ein Tischler).

Die Deko war dann auch gleich drauf (schießlich denkt frau ja an das Schöne und besorgt gleich Passendes mit). Es gefällt ihm.

Nun kommen wir zum eigentlichen Thema:

Ich wollte lesen….nur leider reicht eine Lampe nicht aus und beim Tisch gibt es keinen Strom.

Der Garten ist zwar hässlich, aber man kann draus was machen…..nur galangt man über Umwege dorthin, weil die Tür an der falschen Stelle ist (zur Erklärung: der Architekt hat direkt vor unserem Schlafzimmerfenster einen Wohnwagenstellplatz eingeplant; meine weibliche Logik fragt sich, wieso man dann ein überdimensioniertes Fenster plant?)

Wenn man im Winter die Wohnung verlässt, sollte man tunlichst eine Schneeschaufel neben der Türe lagern, falls es über Nacht schneit….ein Vordach ist nicht nötig.

Man braucht mehr als einen Tisch und Sessel, wenn man sich länger wo aufhält oder brauchen Architekten keine Jacken und haben sie auch nur ein Paar Schuhe für alle Jahreszeiten und für jede Gelegenheit ?

Dies ist das Autorenblog von Caroline, die nicht nur ihre Kreativität auslebt, sondern ihr Unwesen auch als Kolumnistin mit Vorliebe für Politik treibt und süchtig danach, ist Wörter aneinanderzureihen. Vorwiegend für Fachartikel im Bereich Gesundheit und Wirtschaft. Mit dem Umstand, dass dadurch ihr erster Roman erst irgendwann fertig wird, hat sie mittlerweile gelernt zu leben.

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