Molly & Happe


Molly war schon lange eingeschlafen und drehte sich unruhig im Bett umher. „Mann oh Mann, da muss ich doch glatt eingreifen“, dachte sich Happe. Er hat nur laut gedacht und so die anderen Stofftiere in dem kleinen Zimmer erregt.

„Bist Du Dir sicher, dass es schon so weit ist?“ fragte die Eule, die hoch oben im Bücherregal ihren Platz hatte und so alles im Kinderzimmer überblicken konnte.

„Wieso sollte sie noch nicht wo weit sein, liebe Eule Neunmalklug und Übervorsichtig. Schließlich hat sie mich doch reden hören können. Oder bin ich das Opfer einer Fata Morgana?“

„Nun, Meister Lampe. Im Gegensatz zu Dir bin ich nur vorsichtig und das ist die Mutter der Porzellankiste wie Du weißt. Ewig dieses Vorpreschen, als ob Du Dich nicht einmal in Geduld üben könntest. Immer sind es die Kaninchen, die alles überstürzen müssen. Nimm Dir doch ein Beispiel an meiner Geduld.“ Eule Taubengrau, wie sie von Molly getauft wurde, sah spöttisch zur Seite und ärgerte sich über diesen vorlauten Hasen, der neu in der Gruppe war. Sie alle waren für das Wohl der kleinen Molly zuständig und nun kam so ein kleiner, bunter Regenbogen in Gestalt eines Hasen und musste vorlaut werden. Nie hätte sich einer der anderen getraut, das Kind einfach so anzusprechen. Man wartete bis das Kind den Kontakt aufnahm. Naja, bei manchen wartete man darauf sehr lange, aber bei Molly waren sie guter Dinge, dass es bald geschehen würde. Sie war so ein ruhiges Kind, fast zu ruhig und sie konnte sogar still sitzen und das erstaunlich lange. Meist hatte sie Fluffy dabei im Arm, den kleinen Stoffdackel. Wo war der im Moment überhaupt? Verkroch er sich etwa schon wieder unter dem Bett. Was war das bloß für ein Angsthase, nur weil er gehört hatdass es auch Kinder geben soll , die ihre Stofftiere nicht gut behandeln. Alice hatte das auch schon gehört, aber sie glaubte an das Gute in den Kindern und hat es auch nur vom Hörensagen vernommen. Kinder sind reine Seelen, davon war sie felsenfest überzeugt. Wenn nur nicht dieses vorlaute Kaninchen keinen Fehler machte. Sie würde ihn schon bremsen oder hatte er gedacht, dass sie von so weit oben nicht hinunter konnte. Da solle er sich nur nicht täuschen.

„He Eule, fliegen wir eine Runde?“ war von einer anderen Ecke zu hören.

„Wer von Euch vorlauten Rotznasen war das?“, fragte Taube Alice in die Ecke, aus der sie glaubte die vorlaute Stimme zu hören. „Monchichi, bist Du das etwa alter Knabe?“

„Ja, nach all den Jahren wirst Du doch schon wissen, wer immer fliegen will. Kannst Du mich schnell mal auf der Lampe absetzen?“

„Was willst Du denn auf der Lampe?“, fragte die Eule erstaunt.

„Den Mäusen in ihren flotten Sportwagen schnell hallo sagen.“

Monchichi gehörte eigentlich Molly´s Tante, aber die war mittlerweile groß und hatte mit Stofftieren nichts mehr am Hut, weil sie nun erwachsen wurde. Wieso sind Kinder ab einem gewissen Alter immer der Meinung, dass sie nun erwachsen werden wollten. Das wurde ihnen sicher von den anderen Erwachsenen eingeredet. Hoffentlich waren die Eltern von Molly da anderer Meinung, dachte sich Eule Alice und unterdrückte ein Gähnen. „Ich halte auch nichts mehr aus. Ich wünsche Euch eine gute Nacht.“ In Happes Richtung krächzte sie noch eine Ermahnung, die kleine Molly in dieser Nacht in Ruhe zu lassen, da sie vom Geburtstag noch zu aufgeregt war.

„Ja ja, ich hab schon verstanden und passe eben nur auf Molly auf. Dann schlaf mal schön da oben!“ murrt Happe Richtung Alice

Vielleicht war das Kaninchen doch kein so schlechter Gefährte für Molly, dachte Alice noch bevor sie in einen tiefen Schlaf fiel.

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