Bewegungsfreiheit


Markus ist sehr neugierig auf den Coachingtip, den ich im letzen Post erwähnt habe und so will ich nun versuchen näher zu erklären was es mit dem Sicherheitsnetz auf sich hat

Viele von uns spielen mit dem Gedanken, eine Auszeit zu nehmen. Dabei handelt es sich um die Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, dass der Arbeitnehmer nach der Dauer von drei Monaten bis einem oder zwei Jahren seinen Job wieder antreten kann. Die Gründe für diese Auszeit können fremdbestimmt sein, weil man etwa einen nahen Angehörigen pflegen will oder muss oder ein paar Monate als Flüchtlingshelfer in Afrika arbeiten will. Sei es auch nur, um seinen Horizont zu erweitern, sich selbst kennenzulernen, ins Innere seiner Seele zu reisen, seinem Lebensweg näher kommen oder sich in aller Ruhe überlegen, ob man nicht die falsche Karriereleiter hochklettert. Gesetzlich geregelt ist der Sabbatical allerdings nicht und sind die Umstände individuell zu vereinbaren. Nun kann es aber sein, dass der Arbeitgeber gar nichts davon wissen will, wir noch gar nicht konkret mit dem Gedanken spielen oder wir uns überhaupt noch in dem Zustand des „habe ich in der Pension Zeit“ befinden.

Was auch immer man in dieser Zeit machen will, es kostet Geld und das muss man sich vorher auf hohe Kante legen. Aber nicht nur, wenn man eine Auszeit (in der näheren oder ferneren Zukunft) bereits geplant hat, sollte man damit anfangen. Das gute alte Sparen beinhaltet ein gewisses Maß an Freiheit und manche Auszeiten lassen sich nicht planen, sondern es überkommt uns plötzlich, dass sich etwas ändern muss. (wobei das nun auch wieder nicht stimmt, denn wenn es an der Zeit ist Dinge zu verändern, kündigt es eine Stimme in uns an – leider neigt der verstandlastige Mensch zum Ignorieren, Beiseiteschieben und Verdrängen bis die Stimme uns unüberhörbar anbrüllt).

Wir sollten uns also zur Bewahrung der persönlichen Freiheit einen finanziellen Polster anlegen, von dem wir mindestens drei Monate leben könnten. Der Idealfall liegt bei acht bis zwölf Monaten, denn in dieser Zeitspanne können wir alte Dinge auflösen, uns neu orientieren und den Weg in die Zukunft bereits ebnen. Man mag gar nicht glauben, wie wir gewisse Dinge betrachten, wenn uns der Satz begleitet: „Wenn alle Stricke reißen, dann kann ich…“ Würden wir springen, landen wir im Sicherheitsnetz.

Bei mir war nun nicht der Moment gekommen, dass mir alles zu viel wäre, aber ich kam diesem Moment sehr nahe und so kramte ich eines Tages meine Unterlagen hervor und begann meine Fixkosten zu eruieren. Bis dahin wusste ich nur die Summe meines Notgroschens und mit dem hätte ich genau einen Monat lang Urlaub zu Hause machen können und ich wähnte mich in der Folge weit entfernt von dieser empfohlenen Reserve. Als ich aber Rückkaufswerte von Lebensversicherungen, Bausparer etc. aufgelistet habe (die vorzeitig aufzulösen zwar eine Hirnrissigkeit wären) und auch den Verkauf meines Auto in die Überlegungen miteinbezog, sah die Lage schon anders aus und ich könnte mir acht Monate Auszeit leisten.

Diese Reserve soll jedoch nicht dazu verleiten, dass man vorschnell das Handtuch wirft, sondern ein Freiheitsgrundstein sein, dass man könnte, wenn es nicht anders geht und das alleine hilft uns bereits, die Dinge in einem anderen Licht zu sehen und herzensbestimmter zu entscheiden.

Eine kurze Frage zum Schluss:

Ist etwas, deren Umsetzung wir ohne schlechten Gewissens in die Pension verlegen, wirklich wichtig und wenn es wichtig für uns ist, warum beginnen wir dann nicht früher? Nächstes Jahr? Nächste Woche? Morgen? Heute? Jetzt? (zumindest für fünf Minuten flüchtig daran denken, wie wir das angehen könnten?)

Blogsignatur---freigestell-

Dies ist das Autorenblog von Caroline, die nicht nur ihre Kreativität auslebt, sondern ihr Unwesen auch als Kolumnistin mit Vorliebe für Politik treibt und süchtig danach, ist Wörter aneinanderzureihen. Vorwiegend für Fachartikel im Bereich Gesundheit und Wirtschaft. Mit dem Umstand, dass dadurch ihr erster Roman erst irgendwann fertig wird, hat sie mittlerweile gelernt zu leben.

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